PLA’s Biowarfare Lehrbuch erklärt – Kapitel 2

Maria übersetzt ins Deutsche , Tom korrigiert den Artikel 

Kapitel 2: Das Konzept der Biowaffen

Artikel fasst Kapitel 2 des Biowaffen-Lehrbuchs der chinesischen Volksbefreiungsarmee (PLA) mit dem Titel  “Der unnatürliche Ursprung von SARS-1 und von künstlich erzeugte Viren als genetische Biowaffen” zusammen. Dieses Kapitel ist in zwei Teile untergliedert. Der erste Teil erklärt detailliert die Vorteile von Biowaffen, wie man biologische Agenzien verbreitet, die besten Wetterbedingungen zur Verbreitung und wie man Aerosole von biologischen Agenzien herstellt. Der zweite Teil diskutiert die internationalen Gesetze zu Biowaffen, ihre historische Anwendung und ihre aktuelle Entwicklung durch verschiedene Länder. Die PLA-Autoren erklärten, dieses Lehrbuch zur Bekämpfung des Bio-terrorismus geschrieben zu haben, aber die detaillierten Beschreibungen der Biowaffen sprechen eine andere Sprache. Sie scheinen ihre Militärkadetten darin zu schulen, wie man Biowaffen einsetzt. Einige der Inhalte zur Biokriegsführung in diesem Kapitel sind sehr abstoßend oder beunruhigend.

Die Merkmale von Biowaffen

Der erste Abschnitt (Seite 50-51) beschreibt die Eigenschaften von Biowaffen:

  1. Biowaffen sind leicht in Massenproduktion herstellbar. Die meisten bakteriellen und viralen Wirkstoffe können durch Fermentation oder Kultivierung hergestellt werden. Es gibt auch gut etablierte Protokolle zur Extraktion von Biotoxinen.

 2.   Verschiedene Biowaffen haben eine individuelle Letalität und eine unterschiedliche Länge der Inkubationszeit. Biowaffen mit einer Sterblichkeitsrate von unter 10 % werden als kampfunfähig machende Mittel bezeichnet, während solche mit einer Sterblichkeitsrate von mehr als 10 % als tödliche Mittel bezeichnet werden. Ein biologischer Wirkstoff mit einer kurzen Inkubationszeit wird in der Regel für Kriegszwecke gewählt, während ein Wirkstoff mit einer langen Inkubationszeit für Attentate oder terroristische Aktivitäten in Friedenszeiten gewählt werden kann.

3. In einem Biowaffen-Aerosol beträgt die ideale Partikelgröße 1-5 Mikrometer im Durchmesser. Sehr kleine Partikel können über lange Zeit in der Luft schweben und beim Einatmen tief in die menschliche Lunge gelangen.

  4.  Biowaffen lassen sich leicht durch Sprühgeräte in Flugzeugen, Booten oder Autos verbreiten. Biowaffen sollten bei trockenem Wetter freigesetzt werden, damit das Aerosol mit dem Wind weite Strecken zurücklegen kann.

5.  Ein biologischer Kampfstoff muss während der Herstellung, Lagerung und Freisetzung stabil bleiben. Milzbrandsporen zum Beispiel können mindestens 50 Jahre lang überleben.

  6.  Ein Land oder eine Gruppe, die mit einer Biowaffe angreift, muss Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz der eigenen Soldaten treffen.

Methoden der Freisetzung

Der zweite Abschnitt (Seiten 51-52) behandelt die Verbreitungswege. Biowaffen können durch Sprühgeräte, Sprengkörper, kontaminierte Lebensmittel/Wasser und tierische Vektoren verbreitet werden. Die häufigste Methode ist die Aerosolisierung durch Sprühgeräte, die an festen Punktquellen, in Flugzeugen oder auf Fahrzeugen installiert werden können. Wenn z. B. 50 kg Milzbrand per Flugzeug über einer Stadt mit 500.000 Einwohnern versprüht werden, führt dies zu 95.000 Toten und 125.000 arbeitsunfähigen Personen, d. h. 40 % der Bevölkerung, die mit dem Aerosol in Kontakt kommen, werden infiziert. Terroristische Gruppen oder Spezialeinheiten können auch andere Übertragungsmethoden verwenden, wie z. B. die Injektion mit einer Nadel oder kontaminierte Lebensmittel/Getränke. Eine weitere Übertragungsmethode ist die Übertragung durch Insektenvektoren. Laut Lehrbuch ist die Aerosolübertragung von Mensch zu Mensch die effektivste Übertragungsmethode.

Die Vorteile der Biowaffen

  • Biowaffen können Zerstörung über außergewöhnlich große Gebiete verursachen. In dem Buch heißt es auf Seite 52: “Wenn ein strategischer B-52-Bomber hypothetische Angriffe mit nuklearen, chemischen oder biologischen Waffen gegen eine ungeschützte Bevölkerung durchführt, ergibt sich nach der Einschätzung des UN-Berichts ‘Chemische und biologische Waffen und ihre potenzielle Wirksamkeit’ folgende voraussichtliche Zerstörungsfläche: Eine Mega-Tonnen-Atomwaffe kann ein Gebiet von 300 km2 zerstören, 15000 kg einer chemischen Waffe mit Nervenkampfstoff können 60 km2 zerstören, und 10 Tonnen einer Biowaffe haben eine effektive Zerstörungsfläche von 100.000 km2, also das 300-fache einer Atomwaffe.” Der chinesische Originaltext ist unten abgebildet.
  • Biowaffen können nach der Auslieferung lange Zeit überdauern. Einige Krankheitserreger können wochenlang auf Metall- oder Holzoberflächen überleben. Anthrax-Sporen können Jahrzehnte überdauern.
  • Mit Ausnahme von Biotoxinen sind die meisten biologischen Wirkstoffe infektiös.
  • Biowaffen greifen nur Menschen, Vieh oder landwirtschaftliche Nutzpflanzen an, ohne Gebäude, Ressourcen oder Waffen im Zielgebiet zu beschädigen. (Seite 53)
  • Biowaffen-Aerosole können in Bunker, Fahrzeuge, Schiffe oder Gebäude eindringen, die nicht über eine angemessene Luftfilterung verfügen.
  • Biowaffen sind sehr gut getarnt – das Aerosol ist unsichtbar und hat keinen Geruch. Das Buch rühmt sich auf Seite 53 mit der Wirksamkeit des Biowaffen-Aerosols: “Ein normaler Mensch muss 10 L Luft pro Minute einatmen. Selbst wenn also die Konzentration des Biowaffen-Aerosols in der Luft sehr gering ist, kann eine Person nach dem Einatmen der Luft für mehrere Minuten infiziert werden. Die menschlichen Alveolen haben eine Gesamtoberfläche von 100 m2, was viel größer ist als die Oberfläche des menschlichen Körpers. Außerdem ist die Wand der Alveolen nur durch eine 1 Mikrometer Lipiddoppelschicht von den Kapillaren getrennt, so dass Aerosolpartikel in den Alveolen leicht in die Blutbahn gelangen können. Daher ist die Dosis des biologischen Aerosols, die benötigt wird, um das Atmungssystem zu infizieren, viel kleiner als die, die benötigt wird, um den Magen-Darm-Trakt zu infizieren.” Der chinesische Originaltext ist unten abgebildet. 
  •  Biowaffen lassen sich leicht und kostengünstig in Massenproduktion herstellen. Das Buch macht folgende teuflische Aussage auf Seite 53: “Nach Schätzungen von Experten betragen die Kosten einer Biowaffe 1/2000 der Kosten für reguläre Waffen, wenn man die Kosten der Waffe pro Quadratkilometer bei einem massiven Angriff gegen Zivilisten berechnet.” Der chinesische Originaltext ist unten zu sehen.
  •     Biowaffen verursachen sekundäre Katastrophen. Zum Beispiel wird ein plötzlicher Ansturm von Patienten während eines Biowaffenangriffs das medizinische System des Feindes zum Zusammenbruch bringen. Überlebende oder Zeugen der Seuche können auch unter einem lang anhaltenden psychologischen Trauma leiden. (Seite 54)
  •     Darüber hinaus sind Biowaffen schwer zu entdecken. Auf Seite 55 heißt es in dem Buch: “Die daraus resultierende Infektionskrankheit oder Vergiftung ist schwer von natürlichen Epidemien ähnlicher Art zu unterscheiden; es ist schwierig, biologische Agenzien in Kriegszeiten aufzuspüren; zudem verursachen bestimmte biologische Agenzien erst nach einer Inkubationszeit Symptome, so dass die Sammlung von Beweisen sehr schwierig ist.” Der chinesische Originaltext ist unten abgebildet.

Wie man Biowaffen freisetzt

  1. Es ist am besten, eine Biowaffe freizusetzen, wenn es wenig Luftkonvektion gibt, welche die Aerosole verdünnen kann.
  2. Ein wenig Wind kann helfen, die Aerosole zu verbreiten. Die ideale Windgeschwindigkeit beträgt 36 m/s. Starker Wind sollte vermieden werden, da dieser das Aerosol zerstreut.

 3.   Eine stabile Windrichtung ist erwünscht, damit das Aerosol in das Zielgebiet schweben kann.

  4.  Biowaffenangriffe sollten in der Dämmerung, bei Nacht oder bei bewölktem Wetter durchgeführt werden, da intensives Sonnenlicht die Erreger schädigen kann.

 5. Biologische Kampfstoffe sollten bei trockenem Wetter freigesetzt werden. Regen oder Schnee können die Aerosolpartikel ausfallen lassen.

6. Wind, der über unwegsames Gelände weht, kann Luftwirbel bilden, die die Ausbreitung von Aerosolen beeinflussen. Biologische Aerosole neigen dazu, sich in tief liegenden Gebieten, Gräben oder Tälern anzusammeln.    

Weiterhin diskutiert das Buch modern Methoden zur Biowaffenfreisetzung

 “Auf der anderen Seite gibt es, der Entwicklung in anderen wissenschaftlichen Bereichen folgend, große Fortschritte bei der Verabreichung von biologischen Wirkstoffen. Zum Beispiel ermöglichte die Gefriertrocknungstechnologie von Mikroorganismen die Lagerung von biologischen Wirkstoffen und die Aerosolbildung von den resultierenden Trockenmaterialien bei Angriffen.”

Die biologische Probe wird in der Regel durch Kühlung bei niedriger Temperatur konserviert, und dann wird ein Vakuum über der Probe angelegt, um die Feuchtigkeit allmählich zu entfernen, bis ein trockenes Pulver gewonnen wird. Eine Biowaffe in Trockenpulverform (egal ob Viren oder Bakterien) ist toleranter gegenüber hohen Temperaturen. In Analogie dazu kann getrocknetes Rindfleisch (z.B. Beef Jerky“ länger haltbar gemacht werden als rohes Rindfleisch. Vielleicht zu Ihrer Bestürzung: Gefriertrocknung ist keine ausgefallene Weltraumtechnologie – sie wird in Biologielabors üblicherweise zur Konservierung von Proben verwendet. Das kommunistische China hat eine gängige Labortechnik nur für ruchlose Biowaffen-Zwecke missbraucht. Während eines Biowaffenangriffs kann das trockene Biowaffenpulver durch Sprühgeräte als Aerosol verteilt werden.

Historische Beispiele und internationals Recht

In der zweiten Hälfte des Kapitels diskutieren die Autoren historische Beispiele für Biowaffen. Zum Beispiel könnte Deutschland in den beiden Weltkriegen biologische Kampfstoffe eingesetzt haben. Die Einheit 731 des kaiserlichen Japans könnte im Zweiten Weltkrieg biologische Kampfstoffe erforscht und eingesetzt haben.

Die Biowaffenkonvention von 1972 verbietet die Entwicklung, Produktion und Lagerung von Biowaffen. Das PLA-Lehrbuch behauptet, dass Russland, Israel und die USA nach 1972 geheime offensive Biowaffenforschung betreiben. Natürlich können die Behauptungen nicht verifiziert werden. Das kommunistische China beruft sich wahrscheinlich auf diese gefälschten Behauptungen, um ihre eigenen laufenden offensiven Biowaffenprojekte zu rechtfertigen.

Diskussion

Einige Leser werden sich fragen, ob die Volksbefreiungsarmee jemals versucht hat, ihre berüchtigtste Biowaffe, COVID-19, als Aerosol freizusetzen. Diese Frage entzieht sich meinem Wissen, da ich nicht über die nötigen Informationen zu diesem Thema verfüge. Aber COVID-19 als Aerosol freizusetzen  (beispielsweise durch Gefriertrocknung und Versprühen) ist technologisch durchaus machbar. 

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